| Die Hand stellt flächenmäßig
zwar nur einen relativ kleinen Teil unseres Körpers dar; sie
birgt jedoch eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die dem
Menschen unvergleichliche handwerkliche, gestalterische, künstlerische
und emotionale Möglichkeiten "an die Hand" geben.
Diese Funktionalität wird durch ein hervorragendes Zusammenspiel
der anatomischen Strukturen wie Knochen und Gelenke, Muskeln und
Sehnen, Nerven und Blutgefäßen unterstützt. Diese
Zusammensetzung macht die Hand zu einem äußerst komplizierten
Organ.
Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher,
aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger
anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung
von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des Arztes
voraus.
Er muss in der Lage sein, Veränderungen des Knochens, der kleinen
Muskeln, der Sehnen, Nerven und Gefäße durch eine entsprechend
breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln
zu können. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich
die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie
und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach,
welches mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit
den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.
Die Verbindung zwischen der Plastischen Chirurgie
und der Handchirurgie ist maßgeblich in der Operationstechnik,
d.h. dem gewebeschonenden Vorgehen, der sogenannten atraumatischen
Operationstechnik zu sehen. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der
dicht beieinander liegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und
Blutgefäße eine wesentlich stärkere Rolle als im
Bereich anderer Körperregionen. Die Plastische Chirurgie spielt
im Bereich der Hand eine wichtige Rolle bezüglich der Planung
korrekter Hautschnitte sowie den vielfachen Möglichkeiten des
Gewebeersatzes, z.B. durch Hautlappenbildung oder Transplantation.
Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken, wie sie
ebenfalls in der Plastischen Chirurgie verwendet werden, ermöglicht
die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die
Replantationen mit Wiederannähen abgetrennter Finger sowie
den Fingerersatz durch Zehentransfer.
Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt
sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln
und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur
Hand führen.
Als Begründer der modernen Handchirurgie gilt
der Amerikaner Sterling Bunnell. Er hat nach dem
2. Weltkrieg zur Wiederherstellung der Kriegsopfer mehrere handchirurgische
Zentren gegründet, von denen die Handchirurgie als Spezialfach
ihren Ausgang nahm. Mit seinem grundlegenden Werk „Surgery
of the Hand“ hat er 1947 das erste Lehrbuch der Handchirurgie
veröffentlicht.
Lange Zeit war die Bezeichnung „Handchirurg“
nicht geschützt. Erst mit der ärztlichen Weiterbildungsordnung
von 1993 wurde die Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“
als geschützter Begriff eingeführt. Die Bezeichnung kann
von Orthopäden, Chirurgen und Plastischen Chirurgen erworben
werden. Jeder Auszubildende muss eine dreijährige Weiterbildung
absolvieren und einen sehr umfangreichen Operationskatalog vorweisen.
Nach einer bestandenen Prüfung vor der Ärztekammer kann
die Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“ geführt werden.
Die Handchirurgie hat sich durch zahlreiche Fortschritte
zu einem sehr umfangreichen Spezialgebiet entwickelt, das nicht
einfach so nebenbei betrieben werden kann, sondern spezielle Kenntnisse
und regelmäßige Fortbildung erfordert.
Einige Erkrankungen sind beispielhaft aufgelistet. In nächster
Zeit werde ich zu einigen Krankheitsbildern spezielle Merkblätter
verfassen.
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Nervenchirurgie |
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Kompressionssyndrome |
Karpaltunnelsyndrom |
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Sulcus ulnaris Syndrom |
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Syndrom der Loge de Gyon |
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Nervenverletzungen |
Frische Verletzungen |
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Nerventransplantationen |
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Motorische Ersatzplastiken |
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Sehnenchirurgie |
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Verletzungen |
Primäre Versorgung |
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Wiederherstellung |
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Sehnenscheiden |
Schnellender Finger |
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De Quervainsche Erkrankung |
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Dupuytrensche Kontraktur |
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Knochenbruchbehandlung |
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Erkrankungen der Handwurzel |
Kahnbeinpseudarthrose |
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Mondbeinnekrose |
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Bandverletzungen |
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Arthrose |
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Ganglien |
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Verletzungsfolgen |
Defektdeckungen |
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Sekundäre Eingriffe an Sehnen, Nerven und Knochen |
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Angeborene Fehlbildungen |
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Fingergelenksarthrosen |
Versteifungen |
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Gelenkersatz |
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Rheumatische Veränderungen |
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