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Motorische Ersatzoperationen
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Bei Schädigung von sog. motorischen (die Muskulatur versorgenden) Nerven kann es unter Umständen zu einem Ausbleiben der Nervenregeneration mit Lähmung des entsprechenden Muskels kommen. Nach etwa zwei Jahren ist mit keiner Besserung des Befundes mehr zu rechnen. Häufig werden diese Patienten mit Lagerungsschienen versorgt. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten der Wiederherstellung der Funktion.

 

Therapieprinzip
 
 

Die Muskeln der Arme und Beine werden gruppenweise von unterschiedlichen Nerven mit Impulsen versorgt. Sehr oft ist nur ein Nerv mit einer Muskelgruppe von der Schädigung betroffen. In diesen Fällen kann durch Umlagerung einer Sehne (sog. motorische Ersatzplastik) eines noch funktionierenden Muskels die Funktion eines gelähmten Muskels wiederhergestellt werden. Der Funktionsverlust durch die Verlagerung ist minimal, da benachbarte Muskeln die fehlende Funktion mit übernehmen können. Die umgelagerte Sehne wird in die Sehne des gelähmten Muskels eingeflochten. Für eine sichere Heilung muss eine Ruhigstellung in Entlastungsstellung erfolgen.

Fallhand

Durch Schädigung des Speichennerven (Nervus radialis) kommt es zur sog Fallhand mit Unfähigkeit der Finger- und Handgelenksstreckung. Durch Sehnenumlagerung von der Unterarmbeugeseite kann diese Funktion wiederhergestellt werden. Die fehlende Muskelfunktion der beugeseitigen Muskeln kann durch benachbarte Muskeln gut kompensiert werden.

Krallenhand

Durch Schädigung des Ellennerven (Nervus ulnaris) kommt es zu einer Krallenstellung der Finger 4 und 5 und Schwächung des Spitzgriffes zwischen Daumen und Zeigefinger. Durch Sehnenumlagerungen und eine Versteifung des Daumengrundgelenkes kann diese Fehlfunktion gebessert werden.

Steppergang

Durch Schädigung des Nervus peroneus am Unterschenkel kommt es zu einem Funktionsausfall der Zehenstrecker und Fußstrecker. Beim Gehen resultiert durch Herunterfallen des Vorfußes der sog. Steppergang. Durch Umlagerung eines Muskels von der Rückseite des Unterschenkels auf die Vorderseite kann die Fußhebung wiederhergestellt werden.

 

Anästhesieform
 
 
Die Eingriffe können sowohl in Regionalanästhesie als auch in Vollnarkose durchgeführt werden.

 

Risiken
 
 

Die allgemeinen Risiken (Infektion, Wundheilungsstörungen, Blutung) sind selten. Die Wiederherstellung der Funktion und Kraft gelingt nie vollständig. Es wird aber praktisch immer eine deutliche Verbesserung der Funktion erzielt. Das Fehlen des verlagerten Muskels kann sehr gut kompensiert werden.

 

Nachbehandlung
 
 

Damit die Sehnennähte heilen können, ist eine Ruhigstellung in Entlastungsstellung für 6 Wochen notwendig. Das Erlernen der neuen Muskelfunktion erfordert intensive krankengymnastische Übungsbehandlung. In der Regel ist dieses Umlernen ohne größere Probleme möglich.

 

Kosten
 
 
Die Kosten für motorische Ersatzplastiken werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen und bei Arbeitsunfällen von den Berufsgenossenschaften getragen.