| Selbst kleine Verbrennungen können zu
dauerhaften Schäden führen, wenn sie z.B. den Gesichts-
oder Handbereich betreffen. Als Faustregel gilt, dass eine Bagatellwunde
nach etwa 10-14 Tagen abgeheilt sein muss. Ist dies nicht der Fall,
sollte die Behandlung durch einen Sachkundigen übernommen werden.
Verbrennungsmedizin und die plastisch-chirurgische Behandlung der
Verbrennungen ist eine der tragenden Säulen der Plastischen
Chirurgie geworden.
Arten der Verbrennungen
Verbrennungen lassen sich unterteilen in Verbrühungen
durch heiße Flüssigkeiten, Flammenverbrennungen, Verätzungen
durch Laugen und Säuren sowie Erfrierungen, die ein ähnliches
Krankheitsbild aufweisen.
Ausmaß einer Verbrennung
Eine Hautrötung ohne Blasenbildung gilt als
erstgradige Verbrennung.
Verbrennungen mit dünnen wässrigen Blasen
sind oberflächlich-zweitgradige (2A) Verletzungen,
während dickwandige Blasen mit weißlichem Wundgrund schon
als tief-zweitgradige (2B) Verbrennungen einzuschätzen
sind.
Die lederartig-trockene Wunde entspricht einer
drittgradig tiefen Verletzung, die am schmerzlosesten
ist, weil die unter der Haut liegenden Nervenenden ebenfalls zerstört
sind.
Zur Bestimmung der Flächenausdehnung
benutzt man die Neunerregel: Kopf/Hals und Arm je 9% der Körperoberfläche.
Bein, Rumpf vorn, Rumpf hinten je 18% der Körperoberfläche.
Die Handfläche des Verletzten entspricht 1% der Körperoberfläche.
Wenn mehr als 10% Körperoberfläche, bei Kindern 5%, verbrannt
sind, muss die Verbrennungswunde in einem Krankenhaus behandelt
werden.
Weitere wichtige Faktoren für die Prognose
des Brandverletzten sind Begleitverletzungen wie das Inhalationstrauma
(Verletzung der Lunge durch Rauch und Hitze), das Alter des Patienten,
vorher bestehende Erkrankungen sowie der Zeitpunkt der Schockbehandlung
und der operativen Entfernung der tiefen Verbrennungswunden.
Abheilung
Leichtere Verbrennungen (erstgradig) heilen innerhalb
von 10-14 Tagen folgenlos ab. Nur eine vermehrte Hautrötung
und Sonnenempfindlichkeit verbleibt für einige Zeit. Oberflächlich-zweitgradige
Verbrennungen benötigen etwas mehr Zeit zur Abheilung.
Bei tief-zweitgradigen Verbrennungen sind auch
in tiefere Schichten geschädigt und die Selbstheilungskapazität
der Haut reicht nicht mehr aus, um eine folgenlose Abheilung zu
garantieren. Die Resultate einer Nichtbehandlung sind eine stark
verzögerte Wundheilung mit einer erheblichen Narbenbildung,
welche sich auch nach Jahren nicht mehr normalisiert, eine vermehrte
Verletzlichkeit und stets sichtbare Veränderungen.
Sind alle Hautschichten in Mitleidenschaft gezogen
(drittgradige Verbrennungen), ist an eine Selbstheilung nicht mehr
zu denken. Die Wunde heilt allenfalls vom Rand her. Das kann bei
großen Wunden Monate dauern und eine erhebliche Narbenbildung
hervorrufen.
Bei den tief-zweitgradigen, also tief in die Haut
dringenden Verbrennungen, sowie bei den drittgradigen Verbrennungen
werden heutzutage Hauttransplantation vorgenommen, die eine raschere
Wundheilung mit einem akzeptablen Ergebnis erzielen können.
Ausschlaggebend ist nicht nur der funktionale Aspekt, dass der Patient
z.B. seine Hand wieder gut bewegen kann, sondern auch der ästhetische
Aspekt, insbesondere an ständig unbekleideten Körperstellen.
Behandlung
Die Behandlung geringgradiger Verbrennungen erfolgt
ambulant, während die Versorgung jeder Verbrennungsverletzung
über 20% Körperoberfläche, bei Kindern 5%, generell
im Verbrennungszentrum erfolgen muss.
In diesen Einrichtungen wird der Brandverletzte von der Akutphase,
in der die intensivmedizinische und chirurgische Behandlung erfolgt,
bis zu seiner medizinischen, psychologischen und sozialen Rehabilitation
betreut.
Die Behandlung oberflächlicher Verbrennungswunden erfolgt konservativ.
Während erstgradig verbrannte Wunden lediglich kühlende
Umschläge erfordern, müssen oberflächlich zweitgradige
Wunden mit antibakteriellen Lösungen oder Salben behandelt
werden. Tiefe Verbrennungswunden müssen operativ versorgt werden,
da keine Möglichkeit der Spontanheilung besteht.
Erste Hilfe
Die Erste Hilfe bei Verbrennungen besteht vor allem
in Entfernen von Kleidern und Stoffresten (Windeln !) und dem Kühlen
der verbrannten Fläche (nicht des gesamten Patienten) mit kaltem
Wasser. Leitungswasser ist ausreichend. Kleinere Verbrennungen können
fortlaufend gekühlt und mit sterilen feuchten Verbänden
(Autoapotheke ! ) verbunden werden, bis eine endgültige Behandlung
vom Arzt eingeleitet wird. Bitte keine Salben, Öle, Puder oder
ähnliches auf die Wunde geben!
Bei chemischen Verletzungen: Spülen mit Wasser,
wenn keine weiteren Einzelheiten bekannt sind, sonst spezifische
Behandlung (bei Phenol, Phosphor, Flusssäure zum Beispiel ist
Wasser unzureichend, wirkungslos oder sogar schädlich), Sicherstellen
der schädigenden Flüssigkeit.
Schmerzbekämpfung
Lokalbehandlung (sterile oder saubere Abdeckung
- keine Brandsalben, keine Gele, keine Zahnpasta o. ä.)
Bei großflächigen Verbrennungen mit
Flüssigkeitsverlust Infusionsbehandlung und stationäre
Behandlung
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