Am Stadtpark // 90409 Nürnberg Tel.: 0911 5698090

Dr. med Hans Bucher

0911 5698090

info@plastische-chirurgie-nuernberg.info

Am Stadtpark // 90409 Nürnberg

Handchirurgie

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es durch die Möglichkeit des Operierens mit weit reduzierter Infektionsgefahr und in Folge Einführung der Blutleere zu einer rasanten Entwicklung der operativen Eingriffe an der Hand und insbesondere an den Sehnen. In Frankreich hatte 1930 Marc Iselin eine eigene handchirurgische Schule gegründet.

Als Begründer der modernen Handchirurgie gilt der Amerikaner Sterling Bunnell. Er hat nach dem 2. Weltkrieg zur Wiederherstellung der Kriegsopfer mehrere handchirurgische Zentren gegründet, von denen die Handchirurgie als Spezialfach ihren Ausgang nahm. Mit seinem grundlegenden Werk "Surgery of the Hand" hat er 1947 das erste Lehrbuch der Handchirurgie veröffentlicht.

Lange Zeit war die Bezeichnung „Handchirurg“ nicht geschützt. Erst mit der ärztlichen Weiterbildungsordnung von 1993 wurde die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" als geschützter Begriff eingeführt. Die Bezeichnung kann von Orthopäden, Chirurgen und Plastischen Chirurgen erworben werden. Jeder Auszubildende muss eine dreijährige Weiterbildung absolvieren und einen sehr umfangreichen Operationskatalog vorweisen. Nach einer bestandenen Prüfung vor der Ärztekammer kann die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" geführt werden.

Die Hand stellt flächenmäßig zwar nur einen relativ kleinen Teil unseres Körpers dar; sie birgt jedoch eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die dem Menschen unvergleichliche handwerkliche, gestalterische, künstlerische und emotionale Möglichkeiten "an die Hand" geben. Diese Funktionalität wird durch ein hervorragendes Zusammenspiel der anatomischen Strukturen wie Knochen und Gelenke, Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäßen unterstützt. Diese Zusammensetzung macht die Hand zu einem äußerst komplizierten Organ.

Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher, aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des Arztes voraus. Er muss in der Lage sein, Veränderungen des Knochens, der kleinen Muskeln, der Sehnen, Nerven und Gefäße durch eine entsprechend breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln zu können. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach, welches mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.

Die Verbindung zwischen der Plastischen Chirurgie und der Handchirurgie ist maßgeblich in der Operationstechnik, d.h. dem gewebeschonenden Vorgehen, der sogenannten atraumatischen Operationstechnik zu sehen. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht beieinander liegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und Blutgefäße eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen. Die Plastische Chirurgie spielt im Bereich der Hand eine wichtige Rolle bezüglich der Planung korrekter Hautschnitte sowie den vielfachen Möglichkeiten des Gewebeersatzes, z.B. durch Hautlappenbildung oder Transplantation.

Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken, wie sie ebenfalls in der Plastischen Chirurgie verwendet werden, ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen mit Wiederannähen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer.

Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen.

Die Handchirurgie hat sich durch zahlreiche Fortschritte zu einem sehr umfangreichen Spezialgebiet entwickelt, das nicht einfach so nebenbei betrieben werden kann, sondern spezielle Kenntnisse und regelmäßige Fortbildung erfordert.

Genauere Informationen finden Sie auf meiner Website www.handchirurgie-nuernberg.de.