Chirurgische Excision
Die invasivste Maßnahme für die Hyperhidrose
der Achselhöhle ist die komplette Entfernung der Haut und des
Fettgewebes mit anschließender Verschiebelappenplastik oder
freier Hauttransplantation. Gelegentlich kommen Wundheilungsstörungen
vor. Es resultieren eine Narbenbildung und ein vollständiger
Verlust der Achselbehaarung. Diese Methode sollte nur bei Versagen
anderer Methoden angewandt werden. Therapie der Wahl ist sie bei
immer wiederkehrenden Schweißdrüsenabszessen (sog. Akne
inversa oder Hidradenitis suppurativa).
Thorakale Sympatektomie
Die Schweißsekretion wird durch das sympathische
Nervensystem gesteuert. Über einen endoskopischen Zugang (Thorakoskopie)
wird nahe an der Wirbelsäule das sympathische Nervengeflecht
zerstört. Folge können Störungen des sympathischen
Nervensystems (Horner-Syndrom, Störungen beim Schmecken o.ä.)
oder Schädigungen der Lunge (Pneumothorax, Blutung) sein. Hauptsächlich
wird die Methode von Gefäßchirurgen angewandt, da sie
auch bei Durchblutungsstörungen der oberen Extremität
durchgeführt wird. Kontrollierte Studien existieren nicht.
Botulinum-Toxin
Die Nervenübertragung auf die Schweißdrüsen
wird durch den Stoff Acetylcholin gesteuert. Diese Übertragung
wird durch Botulinum-Toxin A gestört. Bei der Behandlung werden
ca. 50 IE Botox gleichmäßig in die Haut der Achselhöhle,
der Handflächen oder Fußsohlen injiziert. Der Eingriff
kann wegen der vielen Injektionsstellen in Regional- oder Allgemeinanästhesie
durchgeführt werden. Die Wirkung klingt ca. nach 3 - 6 Monaten
wieder ab. Deshalb sind mindestens zwei Behandlungen pro Jahr notwendig.
Es liegen zahlreiche positive Berichte vor. Kontrollierte Studien
existieren nicht.
Oberflächliche Fettabsaugung (Liposuction)
Eine relativ neue Methode zur Behandlung der Hyperhidrose
ist die sehr oberflächliche Fettabsaugung. Die Schweißdrüsen
liegen direkt unter und in der untersten Schicht der Lederhaut und
werden dabei mit dem Fettgewebe abgesaugt. Patienten mit starker
Schweißproduktion profitieren mehr von dem Eingriff als solche
mit mittlerer Sekretion. Die Lederhaut wird praktisch mit der Kanüle
von innen her abgekratzt, so dass eine sehr dünne Hautschicht
resultiert, die einem freien Vollhauttransplantat ähnelt. Damit
Blutgefässe in die Haut einwachsen können und diese Haut
wieder anwachsen kann, ist ein Druckverband notwendig, der die Haut
auf die Unterlage presst. Der Eingriff kann gut in örtlicher
Betäubung durchgeführt werden. Gelegentlich gibt es Wundheilungsstörungen,
die durch die starke Ausdünnung der Haut bedingt sind. Es gibt
einige positive Berichte über diese Methode in den letzten
Jahren. Es wird aber auch berichtet, dass bei 30 % der Patienten
die Ergebnisse nicht ausreichend sind. Kontrollierte Studien gibt
es nicht
Nachdem die genannten Methoden sehr unterschiedlich
eingreifend sind und die Erfolge nicht bei allen Methoden garantiert
werden können, empfiehlt sich ein Behandlungsbeginn mit Fettabsaugung
(Achselhöhle) und Botox (Achselhöhle, Hand- und Fußflächen).
Erst bei Versagen dieser Möglichkeiten sollten die größeren
Operationen (chirurgische Excision, Sympathektomie) zur Anwendung
kommen.
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