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Abstehende Ohren sind die am häufigsten
vorkommenden Fehlbildungen der Ohren und verursachen häufig
psychische Störungen, da diese Fehlbildungen bei Kindern Scham
und Minderwertigkeitsgefühle auslösen können. Ursache
für abstehende Ohren sind eine zu schwache Ausbildung der Hauptfalte
der Ohrmuschel, der sog. Anthelix, eine zu große Ohrmuschel
oder eine Kombination aus beidem. Zum Zeitpunkt der Operation sollte
die Ohrmuschel bereits voll ausgebildet sein. Dies ist etwa ab dem
3.Lebensjahr der Fall. Da der Eintritt in die Schule ein wesentliches
Ereignis für Kinder darstellt, sollte aus psychischen Gründen
eine operative Korrektur vor Schuleintritt, spätestens aber
bis zum 10. Lebensjahr erfolgen.
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Therapieprinzip |
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Bei der Operation wird die sog. Anthelixfalte
neu geformt und/oder die Ohrmuschel verkleinert. Für die Anthelixneuformung
gibt es im wesentlichen drei Techniken:
1. Schwächung des Knorpels an der Vorderseite (Technik n. Stenström)
2. Neuformung des Knorpels durch Nähte (Technik n. Mustardé)
3. Neuformung des Knorpels durch Einschnitte (Technik n. Converse)
Ich bevorzuge eine Kombination aus Technik 1 und
2.
Zunächst wird hinter der Ohrmuschel eine Hautspindel
entfernt. Dann wird nach Ablösen der Haut an der Vorderseite
der Anthelixfalte (von hinten) der Knorpel an der Vorderseite mit
einer Feile geschwächt, damit er sich leichter verformen lässt.
Die Ausformung und Fixierung der Anthelixfalte geschieht mit einzelnen
von außen nicht sichtbaren Nähten aus nicht-auflösbarem
Nahtmaterial. Bei Bedarf kann noch ein sichelförmiger Knorpelanteil
aus der Muschel neben dem Gehörgang entfernt werden. Am Ende
werden noch einige adaptierende Nähte zwischen Muschel und
Knochenhaut des Schädel eingebracht, die das Ergebnis zusätzlich
fixieren.
Der Eingriff dauert pro Ohr etwa 45 Minuten.

Grafik: mediXtra
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| Anästhesieform |
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Bei Erwachsenen und Schulkindern kann der Eingriff
in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt
werden. Bei kleineren Kindern ist eine Vollnarkose erforderlich.
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Risiken |
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Infektion, Nachblutung und Wundheilungsstörungen
sind selten. Sehr selten ist eine überschiessende Narbenbildung,
die einer weiteren Behandlung bedarf. Sehr selten sind auch Infektionen
des Knorpels und Schädigungen von Haut und Knorpel durch Durchblutungsstörungen
(v.a. nach Voroperationen), die zu einer verzögerten Heilung
führen. Ebenfalls sehr selten kommt es zu einer Unverträglichkeit
des verwendeten Nahtmaterials. Alle operativen Maßnahmen erfordern
die Durchtrennung feiner Hautnerven, was zu Gefühlsminderung
oder Missempfindung besonders bei Kälte führen kann. Dies
bildet sich über mehrere Monate zurück, kann in Einzelfällen
aber auch anhaltend sein.
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Ergebnisse |
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Die kosmetischen Ergebnisse nach einer Ohrmuschelkorrektur
sind meistens gut. Die endgültige Ohrform ist wegen der noch
bestehenden Restschwellung erst nach 2-3 Monaten erreicht. Die Narbe
verblasst allmählich und ist nach 6 Monaten in der Regel fast
nicht mehr zu sehen. Kein Ohr gleicht dem anderen, weder vor noch
nach der Operation. So kann z.B. das eine Ohr größer
sein als das andere. Auch nach dem Eingriff kann sich das Ergebnis
durch Narbenbildung oder durch Rückstellkräfte des Knorpels
noch verändern, so dass erneut eine Deformierung der Ohrmuschel
auftreten kann. Durch einen zweiten operativen Eingriff können
die Ergebnisse in solchen Fällen nochmals korrigiert werden.
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Kosten |
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Bei Kindern und Jugendlichen wird die Behandlung
in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Als Grenze gilt
in etwa das 17. Lebensjahr. Erwachsene müssen die Kosten von
ca. € 1500,-- selbst tragen. |
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