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Dr. med Hans Bucher

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News Plastische Chirurgie 2008

Ästhetische Eingriffe und Kostenübernahme

18.12.2008

Nach dem Sozialgesetzbuch hat der Patient bei ästhetisch-plastischen Operationen generell keinen Anspruch auf Kostenübernahme, sofern keine „Krankheit“ oder „Entstellung“ nachgewiesen werden kann. Die Entscheidung darüber liegt jedoch von Fall zu Fall im individuellen Ermessen des Versicherers. Plastische Chirurgen kennen aus ihrer Praxis viele Grenzfälle, die sich zwischen „Schönheitsoperation“ und „Medizinisch notwendiger Therapie“ bewegen.

Sehr oft übernimmt jedoch eine Körperkorrektur gleichzeitig auch eine entlastende therapeutische Funktion. Deshalb fragen viele Patienten bei Ihren Ärzten an, ob und wann die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Doch es wird immer schwieriger, die Versicherer davon zu überzeugen, dass es sich bei bestimmten Operationen auch um medizinisch notwendige Eingriffe handeln kann.

Letztes Jahr wurden beim Bundessozialgericht drei Klagen von Frauen abgewiesen, die eine Kostenerstattung für Brustvergrößerungen und eine Brustverkleinerung bei Ihren Krankenkassen geltend machen wollten. Jeder Patient sollte sich deshalb von einem plastischen Chirurgen beraten lassen, ob die jeweilige Operation als medizinisch notwendig angesehen werden kann, und ob es sinnvoll ist. Einen Kostenantrag bei der Krankenkasse zu stellen. Die Kostenübernahme allein auf psychische Probleme zu stützen ist die schlechteste Strategie. Laut Urteil des Bundessozialgerichtes gehören bei psychischen Problemen nur Psychotherapie zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und keine Operationen.


Sicherheit von Brustimplantaten: 6. Konsensus-Erklärung der EQUAM

05.11.2008

Die EQUAM, European and international committee for qualtiy assurance, medical technologies and devices in plastic surgery, hat sich den sicheren Gebrauch von medizinischen Produkten, Technologien und Behandlungen in der Plastischen Chirurgie und die Garantie der Patientensicherheit zur Aufgabe gemacht. Nach Durchsicht und Prüfung der aktuellen Literatur und wissenschaftlichen Daten trägt EQAM Bedenken gegen den möglicherweise schädlichen Gebrauch von Produkten, Geräten und Behandlungsformen oder deren Anwendung für fehlende oder ungeeignete Indikationen vor.

Der Wortlaut der Consensus Declaration über Brustimplantate ist im folgenden aus dem Englischen übersetzt wiedergegeben: Brust-Implantate Das Ziel der Implantation von Brustimplantaten ist die Verbesserung der geistigen und körperlichen Verfassung der Patienten. Die Brustimplantate sollten bestgeeignet und individuell passend für den Patienten ausgesucht werden.

1. Silikon Gel gefüllte Brustimplantate

A. Seit der letzten EQUAM Erklärung wird wird Silikon-Gel weiterhin sehr weit verbreitet für Brustimplantate verwendet. Kein besser geeignetes Material ist bisher verfügbar.

B. Zusätzliche medizinische Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen mit Silikon-Gel gefüllten Brustimplantaten und Krebs oder anderen Erkrankungen nachweisen. Diese Studien bestätigen die früheren Daten.

C. Mit Silikon-Gel gefüllte Brustimplantate haben keine negativen Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Feten, Stillen oder die Gesundheit des gestillten Säuglings.

2. Titanbeschichtete Brustimplantate
Titanbeschichtete Brustimplantate (Ti-BreezeTM) wurden in die klinische Anwendung eingeführt. Kurzzeitstudien zur Sicherheit und Wirksamkeit liegen der EQUAM nicht vor. Die Implantate besitzen die CE-Zertifizierung. EQUAM fordert zur klinischen Forschung und Dokumentation und Beobachtung dieser Implantate auf und empfiehlt, diese Implantate nicht zu verwenden bis zuverlässige Daten verfügbar sind.

3. Hydrogel-gefüllte Brustimplantate
Die Sicherheit von mit Hydrogel gefüllten Brustimplantaten ist nicht bewiesen. Obwohl kein spezielles Risiko identifiziert wurde, hat die britische MDA (Medical Device Agency) im Jahre 2000 zwei Warnungen ausgesprochen, die dazu geführt haben, dass diese Implantate als Vorsichtsmaßnahme vom britischen Markt genommen wurden, da nicht genügend Informationen für die ausreichende Bewertung des Füllmaterials vorliegen. Die MHRA (Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency) des britischen Gesundheitsministeriums beobachtet weiterhin die Sicherheit dieser Implantate und zu diesem Zeitpunkt besteht kein Grund, dass Frauen diese Implantate entfernen lassen sollten (außer bei zusätzlichen Problemen).

4. Sojaöl gefüllte Brustimplantate (TrilucentTM)

A. Laborprüfungen und die Überprüfung der verfügbaren Daten zeigen das Vorhandensein von potentiell schädlichen Abbauprodukten der Sojaöl-Füller auf.

B. Nur ein Teil der Soja-Öl gefüllten Brustimplantate wurden bisher entfernt.

C. EQUAM unterstreicht nachdrücklich die Notwendigkeit der sofortigen Entfernung dieser Implantate. D. Eine langfristige Nachkontrolle dieser Patienten ist erforfderlich.

5. Generelle Anforderungen an Implantate für Brustvergrößerung und Rekonstruktion

A. EQUAM glaubt, dass es wichtig ist, die Patienten sowohl auf die potentiellen Schäden und Risiken, die mögliche Notwendigkeit für erneute Operationen als auch auf die Vorteile der Brustvergrößerung und Rekonstruktion hinzuweisen.

B. Eine vernünftige Zeit (wenigstens 2 Wochen) sollte zwischen Erstberatung und Operation verstreichen, damit die Patienten die Informationen verarbeiten und die Angaben überprüfen können bis sie eine Entscheidung treffen oder die Operation durchführen lassen.

C. Es wird empfohlen die Brustvergrößerung bis nach dem 18.Lebensjahr hinauszuschieben, wenn nicht medizinische Gründe für eine Operation vorliegen.

D. Patienten mit Brustimplantaten sollten regelmäßig nachuntersucht werden bevorzugt durch den Operateur selbst. E. Für die Lebensdauer von Brustimplantaten wurde bisher keine Grenze definiert. Ein routinemäßiger Austausch ist deshalb nicht notwendig.

F. EQUAM fordert zu kontinuierlicher klinischer und wissenschaftlicher Forschung zur Dokumentation und Beobachtung von Brustimplantaten durch Etablierung eines nationalen oder internationalen Registers auf.

G. Die Werbung für Brustimplantate sollte sich auf die medizinischen Aspekte der Operation beschränken und es unterlassen, den Eingriff als risikofrei darzustellen.

Straffungsoperation glättet die faltige Haut

21.10.2008

Nach massiven Gewichtsverlusten kann ein Bodylift die körperform eines Patienten verbessern. Die Oberarme und die Oberschenkelinnenseiten erfordern allerings häufig eine separate Straffung. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt vom Ausgangsbefund ab.

Die Art des Eingriffes entscheidet auch über die Länge der späteren Narben. Diese sollten soweit wie möglich symmetrisch verlaufen und unauffällig plaziert werden. Auch wenn das Ergebnis häufig nicht den ästhetischen Anforderungen des Operateurs entspricht, für die Patienten bedeutet die Verbesserung der Körperkontur oft einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität.

Mehr zum Thema Bauchdeckenstraffung, Oberschenkelstraffung und Oberarmstraffung

Männer holen bei Schönheitsbehandlungen auf

12.08.2008

Nach einer Mitgliederumfrage der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie deutschland (GÄCD) e.V. haben sich die Eingriffe bei Männern zwischen 2005 und 2006 verdoppelt. Gründe dafür sind vermutlich die parallel ansteigenden Anforderungen für dynamisches aussehen in der Karriere, aber auch der Anspruch der Männer in den besten Jahren, für die ein junges und vitales erscheinungsbild immer wichtiger wird.

Die gefragtesten Eingriffe sind bei beiden Geschlechtern identisch: Auf Platz 1 standen Laserchirurgische Eingriffe im Gesicht, gefolgt von Fettabsaugungen und Lidplastiken


Durch Kombinationsbehandlung bei Gynäkomastie wird ein optimales Ergebnis erzielt

11.09.2008

Die Gynäkomastie, der männliche Brustansatz, ist ein häufiges Problem. Meistens liegt eine Kombination aus Drüsenvergrößerung und Fettansammlung vor, die sog. Gynäkolipomastie. Bei einseitigen, schmerzhaften Drüsenvergrößerung sollte auch´ein bösartiger Tumor ausgeschlossen werden, da immerhin 1% der Brustkrebserkrankungen bei Männern vorkommen.

Für die unkomplizierte Gynäkomastie ist am besten eine Kombinationsbehandlung aus Drüsenentfernung und konturangleichender Fettabsaugung geeignet. Damit lassen sich sehr schöne Ergebnisse erzielen. Die früher bei alleiniger Drüsenentfernung oft resultierende Dellenbildung hinter der Brustwarze lässt sich dadurch fast immer verhindern. In ausgeprägten Fällen muss zusätzlich eine Hautstraffung erfolgen.

Mehr zum Thema Gynäkomastie


Kombination von Dermalfiller und Botulinumtoxin A

11.07.2008

Die Zukunft gehört der Kombinationsbehandlung aus Dermalfiller und Botulinumtoxin A. Während mit dem Filler nur das fehlende Volumen der Haut ausgeglichen wird, kann durch die Kombination mit botulinumtoxin A der Muskelzug ausgeschaltet werden, wodurch nicht nur die mimischen Falten minimiert werden, sondern auch die Langlebigkeit des Dermalfillers erhöht wird.

Beide Maßnahmen haben zudem den Vorteil, dass sie wiederholt eingesetzt werden können.

Stichwort Faltenbehandlung


Botulinumtoxin A läßt Wunden schneller heilen

12.06.2008

Aus der ästhetischen Medizin ist Botulinumtoxin a nicht mehr wegzudenken. Jetzt zeigt eine Studie an Patienten mit Stirnverletzungen, dass eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin a durch Unterstützung der Wundheilung auch zu schöneren Narben führt.

Der Behandlungserfolg ist darauf zurückzuführen, dass die durch Muskelkontraktion hervorgerufenen zugkräfte im wundbereich infolge der Anwendung von Botulinumtoxin A unterbunden werden. Ohne den einfluss der Muskelkontraktionen kann die Narbe besser heilen. Interssant wäre auch, den Vorteil der durch Botunlinumtoxin A induzierten Chemodenervation auch an anderen Körperstellen.

Stichwort Botulinumtoxin


Botulinumtoxin A wirkt auch bei palmarer Hyperhidrose

06.05.2008

Patienten mit Hyperhidrose fühlen sich sowohl beruflich als auch privat stark eingeschränkt. Während bei axillärer Hyperhidrose mit der Saugkürettage und mit der Botulinumtoxin A Therapie zwei effektive behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, sind Patiienten mit vermehrtem Schwitzen an den Händen beachteiligt.

Eine Operation im Sinne einer Saugkürettage ist nicht möglich. Inotophore ist zeitlich sehr aufwendig. Botulinumtoxin A Injektionen helfen zwar gut auch an den handflächen, die Therapie ist jedoch schwieriger und kostenintensiver, weil für die Behandlung eine Betäubung erforderlich ist.

Stichwort Hyperhidrose


700.000 ästhetische Eingriffe pro Jahr, Gewebeunterfütterungen im Trend

29.04.2008

Die Mitglieder der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC) führen etwa 700.000 Eingriffe im Jahr durch. Rein ästhetische Eingriffe machen dabei einen Anteil von etwa 25% aus. Die häufigsten ästhetischen Operationen in Deutschland sind:

1.) Gewebeunterfütterung mit Fremdmaterial oder Eigenfett
2.) Injektionen mit Botolinumtoxin
3.) Fettabsaugung
4.) Lidstraffung
5.) Brustvergrößerung
6.) Brustverkleinerung
7.) Nasenkorrektur
8.) Bauchdeckenstraffung
9.) Ohrkorrektur
10.) Bruststraffung
11.) Facelift
12.) Korrektur der Gynäkomastie
13.) Stirnlift
14.) Oberarmstraffung
15.) Oberschenkelstraffung
16.) Bodylift
17.) Kinnvergrößerung

Diese Trends decken sich weitgehend mit denen der International Society of Aesthetic Plastic Surgery. International steht die Injektion mit Botolinumtoxin auf Platz 1, gefolgt von der Gewebeunterfütterung auf Rang 2. Auf Platz 3 kommt dann auch international als häufigster chirurgischer Eingriff die Fettabsaugung. Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei den Gesamtzahlen ästhetischer Eingriffe auf dem 6. Platz nach den USA, Mexiko, Brasilien, Japan und Spanien.

Der Anteil an Kindern und Jugendlichen liegt in Deutschland unter 10%, wobei hier die Korrektur abstehender Ohren weitaus am häufigsten vorkommt. Entgegen anderen Trendmeldungen kann die Zunahme ästhetischer Eingriffe bei Männern nicht bestätigt werden. Der Anteil liegt bei 12,5%. Allerdings sinkt die Zufriedenheit der Männer mit ihrem Aussehen: 1972 waren es in den USA 85%, 2001 nur noch 57%.


Selbst Schaumstoffchips, Leichenfett und Silikonöl werden zur Brustvergrößerung eingesetzt

12.03.2008

Es ist unstrittig, dass es auch in unseren osteuropäischen Nachbarländern gut ausgebildete und seriöse Plastische Chirurgen gibt, die in ihrem Einzugsbereich verdienstvolle Arbeit leisten. Ebenso unstrittig ist aber auch, dass in unseren östlichen Nachbarländern Hygienenormen, amtsärztliche Überwachung, Qualitätszertifikate und Medizinproduktgesetze - noch - nicht mit der gleichen Akribie auf ästhetisch-chirurgische Eingriffe angewandt werden wie hierzulande.

Unstrittig ist weiterhin, dass Kosten für die Löhne von Mitarbeitern, Miete und Ausstattung der Kliniken weit unter den - berechtigter Weise - normierten Maximalanforderungen an die Ausstattung einer Deutschen Klinik liegen. Aus medizinischer Sicht ist daher dagegen zu protestieren, dass Schönheitsoperationen, die ihrem Wesen nach Körperverletzungen mit lebenslangen Folgen sind, im Stile einer Butterfahrt angepriesen werden.

Weder ist die Nachsorge nach einem operativen Eingriff weit vom Wohnort durch eine einmalige Kontrolle einen Monat nach der Operation mit Qualitätskriterien, wie sie in Deutschland etabliert sind, vereinbar, noch gibt es eine Gewährleistung, geschweige denn eine haftpflichtrechtliche Möglichkeit, im Falle einer Komplikation den Operateur oder seine Einrichtung zur Rechenschaft zu ziehen.

Zu den Behandlungskosten ist festzustellen, dass alleine die Produktkosten zum Beispiel von Mammaimplantaten in Deutschland in der Höhe der Behandlungskosten liegen, die in Tschechien verlangt werden. Gleiches gilt für die Medikamente, die zum Aufspritzen von Lippen eingesetzt werden. Daher ist der Zweifel berechtigt, dass auch am Produkt gespart wird. Den deutschen Plastischen Chirurgen sind Fälle bekannt, bei denen in osteuropäischen Kliniken Schaumstoffchips, Leichenfett, Silikonöl und ähnliches mehr zur Brustvergrößerung verwendet wurde.

Für wenige Wochen ist damit sicher ein "aber gar nicht so billiges Aussehen" zu erzielen. Mit dem Bemühen um Qualitätssicherung in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie, wie sie die Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen und die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch- Plastischen Chirurgen verfolgen, hat ein solches Vorgehen nichts zu tun.

Stichwort Brustvergrößerung


Kein Anspruch auf Bodylift-Op nach Gewichtsabnahme

20.02.2008

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen grundsätzlich nicht die Kosten einer "Bodylift"-Operation zur Entfernung überschüssiger Hautfalten übernehmen, die in Folge einer extremen Gewichtsabnahme aufgetreten sind. Das hat kürzlich das Landessozialgericht Sachsen-Anhaltt entschieden (Az L 4 KR 60/04).

Der Kläger hatte sein Körpergeweicht innerhalb von drei Jahren durch Sport und Diät um 70 kg reduziert. Dadurch waren zahlreiche Hauterschlaffungen entstanden. Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme für eine Hautstraffungsoperation jedoch ab.

Laut Urteil des Landessozialgerichtes Sachsen-Anhalt sei eine Kostenübernahme nicht zulässig, um die Verbesserung des Gesundheitszustandes durch die Gewichtsabnahme zu honorieren. Vielmehr müsse eine behandlungsbedürftige Krankheit bestehen. Beim Kläger liege jedoch keine körperliche Anormalität von Krankheitswert vor, da beispielsweise keine dauerhaft unbehandelbaren Hautentzündungen vorhanden seien, erklärten die Richter. Der Hautüberschuß sei auch nicht als "schwere körperliche Entstellung" einzustufen. Denn dies würde voraussetzen, dass man "beim flüchtigen Anblick des Klägers in angezogenem Zustand Erschrecken, Abscheu oder eine anhaltende Abneigung empfinden könnte".

Selbst wenn die Hauterschlaffung zu einer psychischen Erkrankung geführt habe, sei eine Operation zu Lasten der Krankenversicherung ausgeschlossen. "Psychische Störungen sind Folge der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und nur mit Mitteln der Psychotherapuie und Psychiatrie zu behandeln" urteilte das Gericht.


Kasse muß nicht für Brust-Operationen zahlen Bundessozialgericht weist Klagen von drei betroffenen Frauen ab / Eingriff in gesunden Körper nicht gerechtfertigt

10.01.2008

Patienten haben bei einer operativen Brustvergrößerung oder -verkleinerung grundsätzlich keinen Anspruch auf Kostenerstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen. Dies hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts in Kassel in drei Grundsatzurteilen jetzt entschieden. Eine zu kleine oder zu große Brust sei nicht als Krankheit zu werten. Eine Leistungspflicht der Krankenkassen liege nicht vor. Bei Brüsten gebe es keine Normgröße oder Normalform, "sondern viele Formen und Größen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Dreher.

Zwei Klägerinnen hatten vor den Bundesrichtern angeführt, dass sie sich wegen ihrer zu kleinen Brust nicht als Frau fühlten und sie sich wegen ihres Körpers schämten. Sie seien wegen ihres geringen Brustumfanges einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt. Die dritte Klägerin wollte rund 2100 Euro für ihre Brustverkleinerung erstattet bekommen haben. Sie gab an, wegen ihrer großen Brust psychische Probleme zu haben.

Außerdem wollte sie mit der OP Wirbelsäulenschäden vorbeugen. Die Richter wiesen jedoch alle Klagen zurück. Auch wenn eine zu große oder zu kleine Brust zu einer psychischen Belastung führe, rechtfertige dies keinen Eingriff in den gesunden Körper, betonten sie. Nur bei einem behandlungsbedürftigen "regelwidrigen Körperzustand" seien die gesetzlichen Krankenkassen in der Leistungspflicht. Dies liege vor, wenn eine "entstellende Körperform" vorhanden oder Körperfunktionen beeinträchtigt seien. Dies sei bei den Klägerinnen nicht der Fall.

Liege, wie bei der dritten Klägerin, kein "krankhafter Befund an der Wirbelsäule" vor, bestehe kein Anspruch auf Kostenübernahme der Brustverkleinerung. Wenn die als zu klein oder groß empfundene Brustgröße zu einer psychischen Erkrankung führt, darf die Brust-OP ebenfalls nicht auf Krankenschein vorgenommen werden, so der 1. Senat. Den Klägerinnen empfahlen die Kasseler Richter statt dessen eine Psychotherapie. Die werde von den Krankenkassen bezahlt.

Urteile des BSG: AZ: B 1 KR 3/03 R, B 1 KR 23/03 R und B 1 KR 9/04 R

Stichwort Brustverkleinerung


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