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| | 13.10.2004
Zunahme der Schönheitsoperationen Um ihre Attraktivität zu steigern
oder zu erhalten, wagen immer mehr Deutsche den Gang zu einem "Schönheitschirurgen".
Die Zahl derartiger Eingriffe ist nach offiziellen Angaben von 109.000 in 1990
auf 660.000 in 2002 gestiegen. Angesichts einer hohen Dunkelziffer dürfte die
tatsächliche Zahl allerdings weitaus höher liegen. Vor allem jüngere Menschen
scheinen ihr Selbstwertgefühl zunehmend von ihrem äußeren Erscheinungsbild abhängig
zu machen. So sind 60% der in der Statistik aufgeführten Operierten zwischen 21
und 50 Jahre alt, 10% sogar unter 20 Jahre. Zu den beliebtesten Eingriffen zählen
Fettabsaugungen, Ohrenkorrekturen, Entfernung von Tränensäcken und Schlupflidern,
Face-Lifting, Nasenkorrekturen, Oberschenkel-,Gesäß- und Bauchdeckenstraffung
sowie Brust-Operationen. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt Heft 41/2004) Mehr
zum Thema Fettabsaugung | | | 12.10.2004
Doku-Soaps zum Thema Schöheitschirurgie Auch die privaten Fernsehsender
haben die Schönheitschirurgie als Quotenformat entdeckt. RTL II startete am 19.August
mit einer zehnteiligen Dokumentation "Letzte Hoffnung Skalpell –Schönheit
um jeden Preis"; RTL folgte mit der Sendereihe "Alles ist möglich",
bei der sich 12 Patienten für die Schönheit "unters Messer legen". So
strahlte der Sender am 14. September live die Brustaugmentation bei einer 21-jährigen
Studentin aus. Der Operateur begründet den Eingriff vor laufenden Kameras auf
der RTL-Homepage mit Aufklärungsarbeit für sein Fachgebiet. Eine nur ausschnittweise
Darstellung könne zur Verharmlosung dieser chirurgischen Eingriffe führen. Nicht
zuletzt wird er wohl auch an Werbung für sich selbst durch diese Aktion gedacht
haben. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt Heft 41/2004) Mehr zum Thema Brustvergrößerung | | | 08.10.2004
Abgrenzung von so genannten Schönheitschirurgen Damit für Laien
deutlich erkennbar wird, dass Fachärzte für Plastische Chirurgie und Fachärzte
mit der Zusatzweiterbildung Plastische Operationen – im Gegensatz zu selbst ernannten
"Schönheitschirurgen"– über die notwendige Qualifikation für kosmetische
Eingriffe verfügen, schlägt die Bundesärztekammer den Landesärztekammern Änderungen
im Weiterbildungsrecht vor. Danach sollen Plastische Chirurgen in ihrem Facharzttitel
künftig zusätzlich die Bezeichnung "Ästhetischer Chirurg" führen dürfen.
Gleiches würde für die entsprechende Zusatzweiterbildung für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen gelten, die dann "Plastische und Ästhetische
Operationen" hieße. Die Bayerische Landesärztekammer hat eine entsprechende
Ergänzung der Fachgebietsbezeichnung bereits vorgenommen. Seit August heißt der
Facharzt für Plastische Chirurgie in diesem Bundesland „Facharzt für Plastische
und Ästhetische Chirurgie“. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt Heft 41/2004)
| | | 06.10.2004
Darstellung von Schönheitsoperationen im Fernsehen
Während
die Privatsender das Thema Plastische Chirurgie zu einem Programmschwerpunkt entwickeln,
halten Mediziner das "OP-Showbusiness" weder ärztlich noch ethisch für
vertretbar. Auf dem Jahreskongress der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen
Chirurgen (VDAEPC) im September in Düsseldorf monierte ihr Präsident, Prof. Dr.
med. Rolf Rüdiger Olbrisch, die fehlende Spezialisierung vieler "Schönheits"-Operateure.
Statt einer sechsjährigen Fachausbildung zum Plastischen Chirurgen genüge ihnen
ein Wochenend-Video-Kurs oder der Blick über die Schulter eines Kollegen. "Aus
dieser Art Fortbildung gehen die selbst ernannten Schönheitschirurgen und die
Kosmetischen Chirurgen hervor, die damit zwei Begriffe benutzen, die es in der
Facharzt-Medizin nicht gibt", so Olbrisch. Angesichts einer Vielfalt von
Organisationen und Verbänden auf Bundesebene fehle die Möglichkeit einer eindeutigen
Vorinformation durch den Patienten. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt Heft 41/2004)
| | | 04.10.2004
Bundesärztekammer überprüft Berufrecht auf Zulässigkeit des "OP-Showbusiness"
Die Bundesärztekammer will mit einer Prüfung des Berufsrechts und Änderungen der
Weiterbildungsordnung gegen das "OP-Showbusiness" vorgehen. Auch für
den Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, hat
die Vermarktung schönheitschirurgischer Leistungen in den Medien inzwischen ein
unerträgliches Ausmaß erreicht. Die Risiken der Eingriffe würden kleingeredet
und der Eindruck verstärkt, dass eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes
weitgehend komplikationsfrei möglich sei. Der Vorstand der Bundesärztekammer
hat daher beschlossen, eine "Initiative für eine Koalition aus politischen
und gesellschaftlichen Kräften zu ergreifen, um den Verführungen der Schönheits-
und Werbeindustrie wirksam zu begegnen". Dabei werde man auch Kontakt zu
den Landesmedienanstalten aufnehmen. Zweifel bestünden auch darüber, so
Hoppe, ob sich Ärzte berufsrechtskonform verhalten, wenn sie in TV-Shows auftreten
und vor einem Millionenpublikum Schönheitsoperationen durchführen. Deshalb prüften
die Ärztekammern derzeit, ob Verstöße gegen das ärztliche Berufsrecht vorlägen.
Dabei gehe man der Frage nach, ob derartige TV-Auftritte von Ärzten mit dem Berufsbild
vereinbar sind, da es sich bei den kosmetischen Operationen nicht um Heilbehandlungen
im eigentlich Sinn handele; vielmehr werde der Arzt zum Medium für reine Unterhaltungssendungen,
denen man eher den Charakter der unzulässigen Werbung zusprechen könne als einer
notwendigen Gesundheitsaufklärung für die Bevölkerung. Letztlich , so die BÄK,
komme es bei den TV-Live-Operationen zu einer völligen Entpersonalisierung der
Arzt-Patienten- Beziehung. Nach Paragraph 7 Absatz 4 der Berufsordnung
dürften Dritte (in der Regel Angehörige) Behandlungen nur beiwohnen, wenn Patient
und Arzt dem zustimmen. Während der Patient seine Ansprüche gegenüber dem Sender
vertraglich abgetreten habe, müsse die Rolle des Arztes berufsrechtlich geklärt
werden. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt Heft 41/2004) | | | 01.10.2004
Übersicht über Berufsverbände der Plastischen Chirurgie Deutsche
Gesellschaft für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie (DGPW): Sie wurde
1962 im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGC) gegründet. Rund
650 Mitglieder sind Allergologen, Augenärzte, Chirurgen, Dermatologen, Gynäkologen,
Handchirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Neurochirurgen,
Orthopäden, Pathologen, Plastische Chirurgen, Rheumatologen, Thoraxchirurgen,
Unfallchirurgen, Urologen und Viszeralchirurgen aus dem In- und Ausland, die sich
hauptsächlich mit rekonstruktiven Maßnahmen befassen. Manche Mitglieder haben
die Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen". Vereinigung
der Deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC): 1969 gegründet, hat sie zurzeit
etwa 1.000 Mitglieder. Die Tätigkeit wird geteilt in vier "Säulen":
Rekonstruktions-, Verbrennungs-, Hand- und ästhetische Chirurgie. Mitglieder können
nur Fachärzte für Plastische Chirurgen werden. Sie ist der Berufsverband der deutschen
Plastischen Chirurgen und von den internationalen Vereinigungen als einzige als
nationale Vertretung des Fachgebietes Plastische Chirurgie anerkannt Vereinigung
der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC): Als Tochtergesellschaft
der VDPC 1995 gegründet, befasst sie sich hauptamtlich mit der Ästhetischen Chirurgie
und hat zurzeit knapp 100 Mitglieder, die alle Plastische Chirurgen sind. Deutsche
Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) Sie wurde 1972 gegründet
und befasst sich ausschließlich mit der Ästhetischen Chirurgie. Von derzeitig
29 Mitgliedern sind 24 Fachärzte für Plastische Chirurgie, drei sind HNO- und
zwei MKG-Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen".
Nach der neuen Satzung können nur noch Fachärzte für Plastische Chirurgie Mitglieder
werden. Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD):
Sie ist bestrebt, Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Ästhetischen Chirurgie
zu fördern. Besonderes Anliegen ist es, Wissenschaftsakquisition zu betreiben,
also Drittmittel für nationale und internatonale wissenschaftliche Forschungsprojekte
zur Verfügung zu stellen. Gleiches gilt für die Unterstützung von Studienprojekten
in Kliniken. Die GÄCD vereint verschiedene Facharztgruppen mit Spezialisierung
auf Ästhetische Chirurgie unter ihrem Dach. Laut Satzung bleiben die verschiedenen
Facharztgruppen dabei auf ihr Fachgebiet beschränkt, mit klarer Definition, welcher
Eingriff in welche Gruppe gehört. | | |
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