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Dr. med Hans Bucher

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Narbenkorrektur

Jede Verletzung der Haut heilt durch Narbenbildung ab. Das Narbengewebe ist anfangs durch seinen Blutgefäß- und Zellreichtum rot gefärbt. Mit Eintritt der Narbenreife nach 6 – 9 Monaten wird der Blutgefäß- und Zellanteil immer geringer und der Bindegewebsfaseranteil höher. Die Narbe wird blass und heller als die Umgebung. Störungen der Narbenreifung äußern sich meistens in einer überschiessenden (hypertrophen) Narbenbildung. Echte sog „Keloide“ sind selten. Darunter versteht man überschiessendes Narbengewebe, das sich auch auf die gesunde Haut ausbreitet. Narben können einen Krankheitswert haben, weil sie funktionell und/oder ästhetisch stören.

Therapieprinzipien bei Narbenbehandlung

Zur nicht-operativen Narbenkorrektur können Narbenmassagen, verschiedene Salben (z.B. Contractubex), Injektionen von Medikamenten (z.B. Cortison) oder verschiedene Wundauflagen (z.B. Silikongelfolien) angewandt werden. Günstig auf die Narbenbildung wirkt sich auch Druck in Form von Kompressionsbandagen für die Dauer von einigen Monaten aus.

Bei der operativen Narbenbehandlung wird die Narbenmasse reduziert und die Kontraktur verringert, indem die Verlaufsrichtung der Narbe z.B. durch sog. Z-Plastiken in eine zickzackförmige oder W-förmige Richtung verändert wird. Durch den W-förmigen Verlauf wird die Narbe verlängert und eine Verkürzung durch eine Kontraktur wirkt sich nicht mehr so stark aus.

Größere Narbenkorrekturen z.B. nach Verbrennungen können durch Excision und Hautverpflanzungen realisiert werden.

Eine sehr elegante Methode ist die Vordehnung der gesunden Haut mit einem in einer Voroperation implantierten Gewebeexpander. Der Gewebeexpander wird ambulant mit Flüssigkeit aufgefüllt und dehnt so die gesunde Haut. Dann kann die Narbe ausgeschnitten und der Defekt mit dem vorgedehnten Hautlappen gedeckt werden.

Auffallend ist eine Narbe vor allem wenn sie tiefer oder höher als die umgebende Haut ist und Schatten wirft. Durch eine ausstülpende (evertierende) Nahttechnik wird eine Narbe im Hautniveau erzielt, da die Narbe im Rahmen der Reifung etwas einsinkt.

Durch besondere Nahttechniken (Intrakutannaht) werden störende Stichkanäle neben der Narbe bei Narbenkorrekturen vermieden, weil nur eine strichförmige Narbe resultiert. Werden aus operationstechnischen Gründen doch Einzelknopfnähte angewandt, so sollten diese besonders im Gesicht frühzeitig entfernt werden (5-7 Tage), um sichtbare Stichkanäle zu verhindern.

Generell ist die Vorgehenweise bei Narbenkorrekturen sehr individuell und wird genau dem vorliegenden Befund angepaßt.

Betäubungsformen

Sehr viele Narbenkorrekturen können ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Nur bei größeren Eingriffen oder bei Kindern ist eine Vollnarkose erforderlich.

Risiken

Infektion, Nachblutung und Wundheilungsstörungen und Verletzungen von Nerven oder Blutgefässen sind bei Narbenkorrekturen selten. Sehr selten ist auch eine überschiessende Narbenbildung, die einer weiteren Behandlung bedarf.

Nachbehandlung

Sehr wichtig ist eine korrekte Nachbehandlung. Nach Entfernen des Nahtmaterials kann bereits die Anwendung von Narbensalben, Silikongelfolien oder Narbenmassagen erfolgen. Diese Behandlung muss sehr konsequent und ausdauernd erfolgen. In einigen Fällen ist eine Kompressionsbehandlung über einige Monate erforderlich.

Kosten

Die Behandlung von funktionell behindernden Narben wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Bei rein ästhetischer Indikation zur Operation müssen die Kosten vom Patienten selbst getragen werden. Die Kosten einer Narbenkorrektur sind sehr variabel und hängen von vielen Faktoren (Umfang der Korrektur, ambulant oder stationär, Narkose oder örtliche Betäubung) ab und können nur in einem individuellen Behandlungsplan festgelegt werden. Als mögliche Kostenträger sollten bei Narben nach Unfällen Unfallversicherungen oder Unfallverursacher nicht vergessen werden.