Home : News
News
zurück


 

 

21.04.2005 Ulla Schmidt fordert kritischen Umgang mit Schönheitsoperationen

Einen kritischen Umgang mit Schönheitsoperationen hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt heute in Berlin angemahnt. "Schönheitsoperationen sind keine Bagatelle, denn sie bergen ein gesundheitliches Risiko", so die Ministerin. Gemeinsam mit Brigitte Huber, stellvertretende Chefredakteurin der BRIGITTE, präsentierte die Ministerin eine neue Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung in der Publikationsreihe Denk-Anstöße zum Thema Schönheitsoperationen und Schönheitswahn.

Ulla Schmidt: "Eine Schönheitsoperation ist stets auch ein Schnitt gegen sich selbst - im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich darf sich jeder Mensch verändern, in seinem Wesen, aber auch in seinem Äußeren. Schminke, Schmuck, gefärbte Haare, Muskeltraining oder eine kontrollierte Diät – dagegen ist nichts einzuwenden. Man arbeitet an seinem Körper, aber man verletzt ihn nicht. Aber genau das geschieht bei einer Schönheitsoperation. Das wirft auch ethische Fragen auf. Kranke Menschen, die gerne gesund wären, müssen sich unfreiwillig Operationen unterziehen, während gesunde Menschen ihre Gesundheit riskieren. Wo bleibt die Achtung vor der Unversehrtheit des Körpers?"

Die neue Ausgabe in der Publikationsreihe Denk-Anstöße hat sich dem Thema Schönheitsoperationen und Schönheitswahn gewidmet, um zu einem nachdenklichen Umgang mit Schönheitsidealen und Schönheitsoperationen beizutragen. Ein komplexes und schwieriges Thema wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und reflektiert. Die Ausgabe enthält u. a. Beiträge von Karl Kardinal Lehmann und Franka Potente.

Die Broschüre "Spieglein, Spieglein an der Wand … Zur Diskussion um den Schönheitswahn" kann auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/publikationen/p_24.php als PDF heruntergeladen oder unter der Bestellnummer A 331 per Telefon-Nr.: 0180/ 51 51 51 0 bestellt werden.

 

 

14.04.2005 Einschränkung des Werberechts für Schönheitsoperationen

Das Bundeskabinett hat am 13.04.2005 den Entwurf eines 14. Gesetzes zur Änderung des Heilmittelwerbegesetzes beschlossen. Damit sollen Schönheitsoperationen auch in den Anwendungsbereich des Heilmittelwerbegesetzes fallen. Damit soll irreführende, suggestive und ethisch bedenkliche Werbung für Schönheitsoperationen verboten werden.

Werbung für Schönheitsoperationen wie Brustvergrößerungen oder Fettabsaugungen, "die an sich nicht medizinisch notwendig sind", sollen eingeschränkt werden, lautete die Forderung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Bundesärztekammer. So sollen beispielsweise Vorher-Nachher-Fotos in der Werbung nicht mehr gestattet sein. Damit wird endlich dem "Wildwuchs" in der Werbung um ästhetische Operationen Einhalt geboten.

Die Werbung mit Vorher-Nachher Bildern kann in der Tat irreführend wirken, denn hier werden lediglich einzelne Beispiele herausgegriffen. Die Suggestivkraft dieser Bilder lässt oft falsche Erwartungen aufkommen und berücksichtigt nicht die Vielfalt der Behandlungsfälle. Außerdem sagt die Größe des Werbeetats nichts über die Qualität einer Klinik oder eines Arztes aus. Patienten, die sich über Schönheitsoperationen informieren möchten, sollten sich zur Information und Arztsuche an seriöse Fachverbände wenden, statt sich auf die Werbung zu verlassen.

Mehr zum Thema Plastisch-Ästhetische Chirurgie

 

 

 

10.04.2005 Kasse muß nicht für Brust-Operationen zahlen Bundessozialgericht weist Klagen von drei betroffenen Frauen ab / Eingriff in gesunden Körper nicht gerechtfertigt

Patienten haben bei einer operativen Brustvergrößerung oder -verkleinerung grundsätzlich keinen Anspruch auf Kostenerstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen. Dies hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts in Kassel in drei Grundsatzurteilen jetzt entschieden. Eine zu kleine oder zu große Brust sei nicht als Krankheit zu werten. Eine Leistungspflicht der Krankenkassen liege nicht vor. Bei Brüsten gebe es keine Normgröße oder Normalform, "sondern viele Formen und Größen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Dreher.

Zwei Klägerinnen hatten vor den Bundesrichtern angeführt, dass sie sich wegen ihrer zu kleinen Brust nicht als Frau fühlten und sie sich wegen ihres Körpers schämten. Sie seien wegen ihres geringen Brustumfanges einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt. Die dritte Klägerin wollte rund 2100 Euro für ihre Brustverkleinerung erstattet bekommen haben. Sie gab an, wegen ihrer großen Brust psychische Probleme zu haben.

Außerdem wollte sie mit der OP Wirbelsäulenschäden vorbeugen. Die Richter wiesen jedoch alle Klagen zurück. Auch wenn eine zu große oder zu kleine Brust zu einer psychischen Belastung führe, rechtfertige dies keinen Eingriff in den gesunden Körper, betonten sie. Nur bei einem behandlungsbedürftigen "regelwidrigen Körperzustand" seien die gesetzlichen Krankenkassen in der Leistungspflicht. Dies liege vor, wenn eine "entstellende Körperform" vorhanden oder Körperfunktionen beeinträchtigt seien. Dies sei bei den Klägerinnen nicht der Fall.

Liege, wie bei der dritten Klägerin, kein "krankhafter Befund an der Wirbelsäule" vor, bestehe kein Anspruch auf Kostenübernahme der Brustverkleinerung. Wenn die als zu klein oder groß empfundene Brustgröße zu einer psychischen Erkrankung führt, darf die Brust-OP ebenfalls nicht auf Krankenschein vorgenommen werden, so der 1. Senat. Den Klägerinnen empfahlen die Kasseler Richter statt dessen eine Psychotherapie. Die werde von den Krankenkassen bezahlt.

Urteile des BSG: AZ: B 1 KR 3/03 R, B 1 KR 23/03 R und B 1 KR 9/04 R

Mehr zum Thema Brustverkleinerung

 

 

Meldungen aus Oktober, November und Dezember 2005
Meldungen aus September 2005

Meldungen aus August 2005
Meldungen aus Juni und Juli 2005
Meldungen aus Mai 2005

Meldungen aus April 2005

Meldungen aus Februar 2005

Meldungen aus Dezember 2004 und Januar 2005

Meldungen aus November 2004

Meldungen aus Oktober 2004
Meldungen aus September 2004
Meldungen aus Juli und August 2004

Weitere Meldungen aus Juni 2004
Weitere Meldungen aus Mai 2004
Weitere Meldungen aus April 2004
Weitere Meldungen aus März 2004
Weitere Meldungen aus Februar 2004
Weitere Meldungen aus Januar 2004
Weitere Meldungen aus Dezember 2003
Weitere Meldungen aus November 2003
Weitere Meldungen aus Oktober 2003
Weitere Meldungen aus September 2003
Weitere Meldungen aus August 2003
Weitere Meldungen aus Juli 2003