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Botulinumtoxin

Botulinumtoxin (BTX) ist das Exotoxin (i.e. Gift) des sporenbildenden Bakteriums Clostridium botulinum. Das zweikettige Eiweiß-Molkekül besteht aus einer leichten Kette (L-Kette) und schweren Kette (H-Kette), die über Schwefelbrücken miteinander verbunden sind. Es sind inzwischen strukturell sehr ähnliche Typen von Botuliumtoxin bekannt, Typ A, B, C, D, E, F und G. Die Typen unterscheiden sich in ihrerr Wirkdauer und Stärke, wobei dem Typ A (BTX-A) die stärkste und längste Wirkungsdauer zukommt.

Botulinumtoxin blockiert die Informationsübertragung vom Nerven auf die Muskulatur und führt zu einer Lähmung des betroffenen Muskels. Die Wirkung der therapeutischen Anwendung von Botulinumtoxin A tritt frühestens 24-72 Stunden nach der Injektion auf. Die Blockade der Nervenübertragung ist irreversibel, durch Neuaussprosung der Nervenfasern erholt sich jedoch die Funktion wieder in ca. 3 - 9 Monaten (abhängig von Konzentration und Dosis). Um einen dauerhaften Effekt zu erzielen ist deshalb in diesen Abständen eine wiederholte Anwendung erforderlich. Da der Übertragungsstoff auf die Schweißdrüsen derselbe ist wie auf die Muskulatur, kann Botulinumtoxin auch zur Behandlung der vermehrten Schwitzens (Hyperhidrose) angewandt werden.

Botox
Nervenübertragung
Botox
Blockade durch Botulinumtoxin

In Deutschland gibt es zur Zeit 4 Anbieter von Botulinumtoxin A. Die Firma Ipsen mit Dysport®, die Firma Pharmallergan mit Botox® und Vistabel®, die Firma Galderma mit Azzalure® und die Firma Merz mit Xeomin® und Bocouture®. Die Dosisangaben beziehen sich auf ihre biologische Potenz und wird in Einheiten (E) angegeben. Die Potenz der Einheiten der Präparate ist aber unterschiedlich. Botox®, Vistabel®, Azzalure® und Xeomin® sind etwa gleich stark. 1 E der genannten entspricht etwa 3-5 E Dysport®.

Alle Präparate sind für die Behandlung neurologischer Erkrankungen zugelassen. Bei der meisten Präparaten handelt es sich deshalb bei der ästhetischen Anwendung um einen Off-Label Use (der aber gut funktioniert). Vistabel® (aber inhaltsgleich mit Botox®) ist für die Faltenbehandlung der Zornesfalten zugelassen, Botox® auch für die Behandlung der Hyperhidrose der Achselhöhlen.

Dies sind aber nur formale juristische Aspekte der Zulassung, von der Wirkung her sind alle Präparate für die ästhetische Anwendung vergleichbar gut wirksam, was durch die vielfältige Anwendung belegt ist. Die Wahl des Präparates richtet sich deshalb hauptsächlich nach den Erfahrungen des Anwenders mit den jeweiligen Präparaten oder der Praktikabilität (z.B. gekühlte Aufbewahrung, Haltbarkeitsdauer etc.) der Anwendung des verwendeten Mittels.

Beim Botulinumtoxin B ist ein Präparat in Deutschland verfügbar (Neurobloc®) und für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen zugelassen. Die Wirkstärke zu BTX Typ A ist etwa 1:50.

Die unerwünschten Effekte bestehen in einer übermäßigen Schwächung der Zielmusleln oder in einer unerwünschten Lähmung benachbarter Muskeln, die jedoch reversibel sind. Bezüglich einer Überdosierung besteht eine relativ große therapeutische Breite, bei normaler Anwendung ist eine Überdosierung mit Vergiftungserscheinugen nicht zu erwarten.

Die verfügbaren Präparate von BTX-A werden als Trockensubstanz geliefert und müssen mit Ausnahme von Xeomin® und Bocouture® gekühlt gelagert werden. Sie werden erst kurz vor der Behandlung in Kochsalzlösung aufgelöst. Nach der Zubereitung müssen die Lösungen rasch verbraucht werden, da sie nach einiger Zeit nicht mehr wirksam sind. Gebrauchsfertige Lösungen sollten nicht mehr eingefroren werden. BTX-B wird als fertige Lösung gekühlt geliefert.

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